Ratgeber

Kann eine PV-Anlage die Wärmepumpe versorgen?

Solarstrom und Wärmepumpe ergänzen sich – aber nicht das ganze Jahr über. Wir erklären, was im Sommer, Herbst und Winter realistisch ist.

16. Juli 20262 Min. LesezeitKlimakraft Redaktion

Ja – aber nicht vollständig. Eine PV-Anlage kann deiner Wärmepumpe einen großen Teil des Stroms liefern, vor allem in den sonnenreichen Monaten. Im Winter bleibt der Netzbezug unvermeidbar. Ehrlich eingeordnet ist die Kombination trotzdem eine der sinnvollsten Investitionen 2026.

Wie viel Strom braucht die Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem typischen EFH verbraucht 3.500 bis 6.000 kWh Strom pro Jahr – abhängig von Heizlast und JAZ (2,5 bis 4,5). Das macht sie zum größten Stromverbraucher im Haus und damit zum idealen Partner für Solarstrom.

Was leistet die PV-Anlage?

Für ein EFH mit Wärmepumpe empfehlen Fachplaner 8 bis 12 kWp Modulleistung und einen 8 bis 12 kWh Batteriespeicher. Der Jahresertrag liegt bei etwa 8.000 bis 11.000 kWh – je nach Region und Ausrichtung.

Sommer und Übergangszeit: PV und Wärmepumpe passen hervorragend. Überschüsse lassen sich für Warmwasser oder eine leichte Raumtemperatur-Anhebung nutzen (thermische Speicherung in der Gebäudemasse).

Winter (November bis Februar): Hier liegt der Haken. Kurze Tage, tiefe Sonne, häufig Bewölkung – die PV deckt nur 6 bis 15 Prozent des Wärmepumpen-Strombedarfs. Der Rest kommt aus dem Netz, idealerweise über einen günstigen Wärmepumpenstromtarif (~28 ct/kWh).

Eigenverbrauch mit und ohne Speicher

KonfigurationEigenverbrauchWP-Versorgung Winter
PV ohne Speicher25–40 %fast nur Netzstrom
PV + 8–12 kWh Speicherbis 62 %30–40 % aus Speicher/PV
PV + Speicher + HEMS60–80 %deutlich besser gesteuert

Ein Batteriespeicher überbrückt ein bis zwei Tage – nicht den ganzen Winter. Nach zwei bis drei trüben Tagen ist ein 10-kWh-Speicher leer. Plane deshalb mit dauerhaftem Netzbezug in der Heizperiode.

Intelligente Steuerung ist der Schlüssel

Damit die Kombination wirtschaftlich wird, brauchst du eine SG-Ready-Schnittstelle an der Wärmepumpe und ein Energiemanagementsystem (HEMS). Es schaltet die Wärmepumpe bei PV-Überschuss gezielt hoch – etwa für Warmwasser-Boost oder Vorheizen – und erhöht so den Eigenverbrauch um 400 bis 600 Euro pro Jahr.

Die effektiven Heizkosten sinken auf 3 bis 8 Cent pro Kilowattstunde Wärme statt 10 bis 12 Cent mit Gas. Die Gesamtinvestition für PV, Speicher und Wärmepumpe liegt bei 32.000 bis 54.000 Euro vor Förderung – nach KfW-Zuschuss oft ab 15.000 Euro Eigenanteil.

Wann welche Lösung passt

Die Kombination lohnt sich, wenn du ohnehin eine Wärmepumpe planst oder deine PV erweiterst. Dimensioniere großzügig (10+ kWp), lege Speicher und HEMS von Anfang an mit und rechne ehrlich: Volle Autarkie gibt es nicht, aber 30 bis 50 Prozent weniger Heizkosten sind realistisch. Herbst und Frühling sind die Profiteure – dann produziert die PV viel Strom bei moderatem Heizbedarf, und der Eigenverbrauch steigt spürbar.

Fazit

Eine PV-Anlage versorgt die Wärmepumpe im Sommer weitgehend, im Winter nur anteilig – das ist normal und kein Planungsfehler. Mit Speicher, SG-Ready und HEMS holst du das Maximum heraus. Welche Größe für dein Haus passt, berechnest du im Förderrechner oder in der kostenlosen Beratung bei Klimakraft.

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